Montag, 2. November 2009

Mehr Osten geht nicht


Matrose: "Captain! Caaaptain! Laaaand in Sicht! Laaand in Sicht"

Captain: "Na endlich. Wurd ja auch mal Zeit. Das Sauerkraut ist uns gestern ausgegangen und das Badewasser wird langsam kalt."

Matrose: "Laaaand! Laaaand"

Captain: "Ja is ja gudd. Hmm, so weit westlich wie wir war noch keiner. Wie nennen wir nun das neu entdeckte Land? Irgend 'ne Idee jemand?"

Maat: "Öh, da wir das Land gerade neu gefunden haben, wie wäre es mit: Neu Gefundenes Land!"

Captain: "Näh, das klingt irgendwie altbacken. Näh, da muss mehr Pepp rein."

Maat: "Dann halt auf englisch. Das machen alle so. "Cola light" statt "zuckerfreie, koffeinhaltige Brause". Und wir schmeißen einfach die Leerzeichen weg. Dann hätten wir: Newfoundland!

Captain: "Alles klar. So machen wir's."

So oder so ähnlich muss es sich zugetragen haben als diese zeusverlassene Gegend entdeckt wurde. Der östlichste Teil des amerikanischen Kontinents bietet vor allem launiges Wetter, aber auch sehr, sehr schöne Landschaften.

Dank eines neuen Mailminder-Kunden darf ich hier 10 Tage in St. John's verbringen, um die Software zu installieren, zu konfigurieren und um die Endbenutzer zu trainineren.

Und wenn ich so zurückdenke über die 9 Jahre Xtramind/Living-E/Attensity...
Die Firma hat mich schon in viele nette Ecken der Welt gebracht: Berlin, Hamburg, München, Köln, Rom, New York, Washington, San Francisco, Los Angeles, Phoenix, St. John's und Salt Lake City. *angeb*

Dummerweise hab ich von den meisten Städten nicht wirklich was gesehen: Flughäfen, Taxis, Hotels, Firmenbunker.

Ab und an aber bietet sich doch die Gelegenheit, vor allem wenn man länger als eine Woche verweilt und so hab ich mir ein Auto gemietet und bin quer über die Insel gefahren.

Naja, wollte ich. Auf Google Maps sah die Gegend klein und putzig aus, aber einmal rübergurken auf die Westseite der Insel sind tatsächlich schlappe 600km! Unfassbar.
So habe ich mich auf die Gegend um St. John's beschränkt, aber ich hoffe, die Bilder geben einen halbwegs repräsentativen Eindruck. (Mehr Bilder die nächsten Tage)

Ich war am östlichsten Punkt des Kontinents, aber auch von da konnte ich Europa nicht sehen. Verdammt! Die Erde ist evtl. doch rund!

Sonntag, 11. Oktober 2009

Visum Visum Popisum (2)

Nun, in Wirklichkeit war das natürlich anders.
Ausgestattet mit haufenweise Formularen und Lobhudelungen taucht man vor dem Konsulat auf und stellt sich erstmal in die Schlange zum Anmeldefenster.
Dort wird dann gecheckt, ob man auch die Gebühr bezahlt hat (92 Euronen) und man wird vom Wachpersonal ermahnt keine elektronischen Gegenstände mitzunehmen.
Pah, natürlich hatte ich keine dabei. Handy und Gedöns waren im Auto.

Also dann in die nächste Schlange vor dem Konsulat. In 4er Gruppen geht es durch die Sicherheitsschleuse. Eine letzte Warnung von wegen elektronischen Geräten. Ich checke nochmal meine Hostentaschen: Finde den iPhone Kopfhörer. Frage die Wache, ob das ein elektronisches Gerät sei. Wache fragt im Wachhäuschen nach. Wachhäuschen sagt: Hmm, weiß net.

Also rein in die Sicherheitsschleuse. Das "Headset" wird mir abgenommen und ich krieg eine lustige Plastikkarte dafür.
Dann raus aus dem Wachhaus und über einen kleinen Weg zur eigentlichen Abfertigung.
Vorbei am "Portier", der die Unterlagen kurz checkt. Ein Barcode auf meinem Formular DS-156 war nicht in Ordnung, also selbiges Formular nochmal ausfüllen im Konsulat selber.
Man tritt also ein und sieht eine recht große Abfertigungshalle mit Stuhlreihen und eine nervenden Ticketansage. Man holt sich ein Ticket und wartet.

Irgendwann darf man dann an einen der Schalter. Die sind mit Panzerglas gesichert und dahinter sitzt dann immer noch kein wirklicher Konsul, sondern ein Sachbearbeiter, die die Formulare sichtet. Dann darf man noch ein Foto abgeben (das natürlich auch gewissen Normen unterliegt) und seinen Pass, sowie einen frankierten Rückumschlag.
Das wird dann erstmal alles eingegeben und dafür darf man sich dann wieder eine Stunde um die Ohren schlagen.
Irgendwann wird dann die Ticketnummer das zweite Mal aufgerufen und man geht zu einem anderen Schalter. Dort hat man es dann mit einem Entscheider zu tun und man wird zum Visum befragt. Dieses Mal meinte der Botschaftsangehörige nur: Thanks for dropping by, everything seems to be ok. Wunderbar! Alles in Ordnung. Aber die Abreisezeit (6 Tage später) könnte zu knapp sein. (Naja, letztes Mal hab ich 3 Tage auf den Pass gewartet).

Also endlich fertig, ab ins Auto und dann auf den Pass warten.
Und das gestaltete sich dann doch etwas langwierig.
Als am Samstag der Pass nicht in der Post war musste ich erstmal meinen Flug verschieben.
Dann hab ich versucht auf der Botschaft anzurufen.
Tatsächlich ruft man aber ein Call-Center in Walpurgistan an und darf dann entweder 2 Euronen pro Minute blechen oder pauschal 15 Euro bevor man mit einem Menschen reden darf.
Der hat mir dann für 15 Euro die Auskunft erteilt, dass sie nix machen können. Ich müsste 10 Werktage warten, bevor sie Kontakt mit der Botschaft aufnehmen dürfen.
Fantastisch!

Am allerletzten Tag und in allerletzter Minute (14 Tage nach Besuch der Botschaft) kam dann tatsächlich der Pass per Kurier. Wahnsinn!
Ich hatte schon damit gerechnet in Saarbrücken auf dem Bürgeramt einen neuen Pass zu beantragen. Uff.

Jetzt habe ich erstmal 2 Jahre Ruhe und dränge die Firma darauf mir eine Green Card zu besorgen. Das wird dann vermutlich noch mehr Spaß...

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Visa Visa Popisa (1)


Da muss man schon eisenharte Nerven mitbringen, wenn man ein Visum verlängern will. Oder man begibt sich in eine Zen-artige Meditation auf einem albernen Kissen, so wie Nero, die Hauskatze in der Niedstraße.

So war ich also locker eine Woche länger als geplant im Saarland und das kam so:

Wenn man ein Visa für die USA haben will (oder verlängern lassen will), dann muss man früher oder später aus den USA erstmal ausreisen (falls man da gerade rumlungert) und dann zu einer amerikanischen Botschaft stapfen.

Man holt sich einen Termin im Internet (kostet 10$) und taucht dann einfach z.B. in Frankfurt auf, klingelt an der Tür zur Residenz des Botschafters und hat hoffentlich ein paar Mitbringsel dabei (belgische Schokolade aus Luxemburg oder so).
Dann macht ein Assistent des Botschafters auf, man tritt ein, sagt freundlich Hello-how-are-you und wird sogleich in die obere Etage gebracht, wo man in einem bequemen Ledersessel vor dem Kamin auf den Botschafter wartet.

Es werden Häppchen und Cola gereicht und man kann sich die Zeit damit vertreiben mit seinem Handy das interne W-LAN anzuzapfen. (Passwort für das WEP geschützte LAN des Botschafters: Bu5hSuxx)

Dann kommt der Botschafter rein, der etwas müde und abgeschlafft aussieht (kein Wunder, blöde Zeitzonen !!!11!!) und man macht ein paar Minuten Smalltalk z.B. über die amerikanische Außenpolitik, darüber ob Obama der Heilsbringer oder doch der Anti-Christ ist oder man spricht über das quasi universelle Problem gutes Personal zu finden. Man will ja auch mal präsentieren!

Nach einer Weile holt der Botschafter dann selbstklebendes, buntes Papier, kritzelt die Visa-Nummer drauf, malt ein paar Herzchen nebendran, stempelt das mit einem großen Stempel ab (den der Botschafter, ähnlich wie der Präsident die Abschusscodes der Nuklearraketen, ständig bei sich tragen muss) und setzt seinen Karl Hugo drunter.
Easy!

Glaubt ihr mir nicht? Pffffff. Dann wartet eben auf Teil 2.

Donnerstag, 17. September 2009

Rücksturz nach D-Land


Cooling, originally uploaded by Beders.

Nach einem Kurzurlaub im Herzen des Pazifiks bin ich wieder eine Woche in SF, um schnell mal meine Wäsche zu waschen, die restlichen Visa-Unterlagen zusammenzukratzen und ein paar dringende Aufgaben zu erledigen.

Freitag quetsch ich mich dann ins Flugzeug und halte mich im deutschen Bermudadreieck (Kaiserslautern-Saarbrücken-Siersburg) auf. Diesmal leider kein Urlaub, sondern ein Arbeitstermin nach dem nächsten.

Dann darf ich noch in die amerik. Botschaft in Frankfurt, um mein Visum verlängern zu lassen. Spaß!

Wer mich übrigens besuchen möchte und dabei nicht im mormonen-verseuchten Salt Lake landen will: Time is running out :)

Samstag, 29. August 2009

Only in America (4)



Alle paar Monate passiert es hier in den unterentwickelten Staaten von Amerika, dass Eltern ihre Kinder dahinsiechen und sterben lassen, weil sie von irren Predigern davon überzeugt wurden, dass Gott alle Krankheiten heilt und dass man dafür nur feste beten muss!

So geschehen in Carlton bei Wenatchee im Bundesstaat Washington. Zachery Swezey, 15 Jahre jung, hatte mit Bauchschmerzen zu kämpfen, die sich stetig verschlimmerten über die nächsten 3 Tage. Als Erste Hilfe-Maßnahmen hatten sich Tanten, Onkeln und Großeltern angemeldet, um am Bettrand für den in Schmerzen liegenden Schüler zu beten.

Als das nichts half rief sein Vater keine Ambulanz oder keinen Arzt, nein, er rief bei seiner Kirche an, die dann gleich mit ein paar Würdeträgern vorbeischaute und Zakk mit Olivenöl einschmierten. Und natürlich wurde kräftig weitergebetet.

Einen Tag später starb Zakk. Die Ärzte stellten später einen Blinddarmdurchbruch fest.
Eine durch einen minimalinvasiven Eingriff heilbare Krankheit.

Und jetzt kommt der Kicker: Was bei uns als fahrlässige Tötung geahndet wird, ist in einigen amerikanischen Bundesstaaten noch lange kein Delikt! Denn die Eltern haben nicht ihre Aufsichtspflicht verletzt! Die gewährte Religionsfreiheit erlaubt es ihnen statt richtigen Ärzten christliche Heiler aufzusuchen. Bravo!

Vermutlich werden Zakk's Eltern ungestraft aus der Sache herauskommen. Was mich noch wütender macht: Die Kirche kommt auch ungestraft davon!
Diese Mormonensekte darf weiterhin ihren hahnebüchenden Unsinn predigen und darf ihre gierigen Hände mit noch mehr Blut beflecken.
Wahrscheinlich ist es denen eh egal, denn sie wünschen sich nichts sehnlicher herbei als Armageddon.

Leider ist diese ganze Geschichte kein Einzelfall.


(via Friendly Atheist)

Freitag, 14. August 2009

Worst Case Scenario



Oder wie der Saarländer sagt: Worscht-Käs-Szenario.

Das Bild ist etwas unscharf, aber die Brisanz der Situation hoffentlich zu erkennen: Der Supermarkt um die Ecke hat kein Nutella mehr!

Unfassbar! Ich komme mir vor, wie in einem Entwicklungsland. Hilfä!
Ich hoffe, die kriegen bald wieder Nachschub. (Das hiesige Nutella wird übrigens in Kanada zusammengebraut und in Plastikgläsern ausgeliefert und schmeckt genauso wie das Original.)

Der pampige Ersatz für die schnelle Aufnahme von einfachem Zucker und viel Fett namens Erdnußbutter kann ich nur begrenzt ertragen. Jegliche Versuche dieses auch gern als Klebstoff verwendete Produkt aufzupeppen sind bisher gescheitert *seufz*.

Um diese Nutella-Engpässe in Zukunft zu lindern verordne ich jetzt jedem meiner Besucher die Mitnahme folgender Devotionalien:
1x kleines Glas Nutella
1x Parodontax Zahncreme

Danke schon mal im voraus :)

Sonntag, 2. August 2009

Only in America (3)

Was macht man, wenn man zu faul zum Kochen ist und obendrein keine sauberen Socken mehr hat, um in den Supermarkt nebenan zu latschen?

Genau: Man bestellt sich eine Pizza online!

Die sind hier übrigens schweineteuer und so lass ich schon mal 20$ hängen dafür, bestell mir aber eine, die mich zwei Tage lang satt macht.

Bei Fastfood sind die USA generell Spitzenreiter was Innovationen angeht und so lassen sich die Marktführer wie Pizza Hut und Dominos doch einiges einfallen, um den Geschmack(ha!) der Kunden zu treffen.

So bieten beide per Web extensive Variationsmöglichkeiten: Was kommt drauf, auf welche Seite und wieviel.

Pizza Hut gibt sich reichlich mühe die Bestellung so verwirrend wie möglich zu machen, damit man noch die Extra-Cola und die Extra-Chicken-Nuggest mitbestellt.

Aber den Vogel schießt Dominos ab. Sobald man die Bestellung aufgegeben hat, zeigt die Webseite einen ständig aktualisierten Tracker an, der einem mitteilt, was denn nun gerade mit der georderten Pizza passiert. Das sieht dann so aus:


So weiss ich dann immer genau, wann Omar die Pizza in den Ofen schiebt und wie lange die danach in der Verpackung rumlungert, bis ein Fahrer kommt und sich auf den Weg zur Masonic Avenue macht. Hurra!

Wie kann da Pizza Hut nachziehen?
Wie wärs mit einer Web-Cam bei Zubereitung, im Ofen und aus dem Auto des Fahrer raus?
Pizza Livestream anyone?

Only in America, Dudes and Dudettes, only in America.