Montag, 22. Februar 2010

Schnappschuss



Kate Bush ist Gott...Steht unsere POS noch in EVE Online?...Ich muss noch Schnäkes kaufen für meine Heimreise...iPhone-Entwicklung ist anstrengend...zurück in die 90er...Stewart abgesagt, Kristina zugesagt...Report an Ian geschrieben...Schnee auf den Bergen um Salt Lake ist wunderschön...Warum hab ich den Hintern nicht hochgekriegt und bin Ski fahren gegangen?...Warum krieg ich generell im Winter den Hintern nicht ausm Sofa?...Freue mich auf den Besuch der besten Freunde Mitte März...Wohnung noch grundreinigen...Aufräumen vorher...Was zocken?...Welches Auto kaufen?...Auto in Salt Lake kaufen und damit zurück nach San Francisco, einfach so zum Spaß?...Immer noch voller Schuldgefühle...Diät erstmal eingestellt wegen sozialer Verpflichtungen...dumme Ausreden kann ich gut!...Ab Donnerstag wieder auf richtigen Straßen unterwegs...Mist, der Kaffee treibt!

Freitag, 5. Februar 2010

Kochen mit Jochen (feat. Jon Stewart und Osama)


Willkommen bei einer neuen Folge von "Kochen mit Jochen". Gäste heute sind Jon Stewart und Osama Bin Laden und wir berichten live aus der Jochen'schen Küche.

Dank modernster Technologie wird das an sich völlig langweilige Zubereiten von Speisen zur spannenden Multi-Tasking-Aufgabe! Ein Mac Book (rechts oben im Bild) unterstützt die penibel auszuführenden Arbeitsschritte durch ablenkende Videoübertragungen! Sensationell!

Unser Rezept heute: Gemüse in Gemüsebouillon!
Hier die ausufernde Einkaufsliste:
  1. Gemüse, bereits zugeschnitten und gewaschen. 2 Beutel für $3 im nahen Supermarkt!
  2. Gemüsebouillon in Würfeln, hier bekannt als Vegetable Buillon im praktischen 6er Pack
Zubereitung: Man nehme eine Pfanne oder einen kleinen Kochtopf und fülle so 2-3 Tassen Wasser hinein. Dann ab damit auf den Herd und ordentlich thermisch bestrahlen. Dazu eignen sich sowohl Gas- als auch Elektroherde. Klappt vielleicht auch mit Kaffeemaschinen ohne Kaffee drin.

Je nach Lust und Laune kann man drauf warten bis das Wasser kocht oder auch nicht. Dann nehme man eine Schere und schneide den Beutel mit Gemüse auf.

Halt, fast vergessen: Erst mal einen halben Würfel Gemüsebrühe ins Wasser geben. (Alufolie entfernen!!11!)
Dann rein mit dem Gemüse und ordentlich einmal drin rumwühlen.

Nebenher erzählt Jon Stewart, dass Osama sich um das Klima sorgt und die USA für die globale Erwärmung verantwortlich macht (kicher). Rein religiöse Gründe reichen wohl nicht mehr, um die freie Welt zu attackieren (seufz).

So, das Wasser mit dem Gemüse drin kocht so vor sich hin und ermuntert Wassermoleküle in das Gemüse einzudringen und gleichzeitig die harten Zellstrukturen des Grünzeugs aufzuweichen.
Wer es abenteuerlich mag, kann kleine Fitzel aus Gemüsebouillon auf einzelne Gemüse-Brocken geben. Gibt 'ne lustige Überraschung später auf dem Gaumen.

Wenn es knapp wird mit dem Wasser und das Gemüse halbwegs weich aussieht: Raus damit und ab auf den Teller. Dann lecker Ketchup drüberkippen und rein in den schon offenstehenden Mund.
Nicht vergessen den Laptop auf den Küchentisch zu stellen, damit man mit Hilfe seichter Unterhaltung gar nicht mitbekommt wie superlecker das alles schmeckt!

Zum Nachtisch gibt es Pomme Naturel. Ein einfacher Apfel tut es natürlich auch!
So, Guten Appetit !
Mami, bist Du stolz auf mich? :)

Mittwoch, 20. Januar 2010

Gott der Plattentektonik


Fast immer nach meinen Urlaubsreisen passiert etwas schlimmes in der Region, die ich gerade besucht hatte.
So besuchte ich (auf ewig unvergesslich) Sri Lanka im Dezember 2004 und prompt zwei Wochen später wird die Gegend von einem Tsunami heimgesucht.
Und kaum hänge ich mal auf Puero Rico ab, gibt es keine zwei Wochen später ein furchtbares Erdbeben auf der Nachbarinsel Hispaniola.

Ich muss ein Gott der Plattentektonik sein! Und zu allem übel lebe ich in San Francisco, ja, bin sogar schon mit dem Auto im San Andreas Graben rumgefahren!

Spaß beiseite: Das Leiden in Haiti ist furchtbar und ich verweise meine geneigten Leser auf Giving Aid und Kiva.org, um die Bevölkerung von Haiti zu unterstützen.

Die Katastrophe nimmt hier in den USA einen Großteil der Berichterstattung in Anspruch. Die Medien übertrumpfen sich in Spendenaufrufen und drastischen Bildern aus dem Katastrophengebiet.

Leider missbrauchen aber auch einige völlig durchgeknallte religiöse Gruppierungen dieses Drama, um ihre schrulligen Ideen unters Volk zu bringen und auch gleich eine Mission zu eröffnen.

So versendet eine Gruppierung namens "Faith Comes By Hearing" solarbetriebene Audio-Bibeln, um den Inselbewohnern "spirituellen Beistand" zu leisten. Ich wette, den brauchen die natürlich am dringendsten. Diese Menschen haben alles verloren und sollen sich den Schwachsinn aus dem 1. Buch Mose anhören? Und das hilft wie genau?

Auch Scientologen wollen nicht nur zusehen, sondern kräftig mit anpacken. John Travolta persönlich soll einen Jet mit Missionaren und Materialien geschickt haben. Natürlich ist da auch der E-Meter dabei. Die Mission soll vor allem Rettungshelfer den nötigen spirituellen Beistand leisten.

Den Vogel abgeschossen hat aber Pat Robertson. Der Fernsehprediger und Gründer des Christian Broadcasting Network hat eine Erklärung dafür, warum Haiti von dem Erdbeben heimgesucht wurde: Es war der Pakt der Haitianer mit dem Teufel im Jahre 1791.
Damals haben sich die Haitianer von der französischen Besatzungsmacht befreit und sich vorher mit einem Vodoo-Ritual ordentlich auf das blutige Massaker eingeschworen.

Und deswegen hat der allmächtige Gott Abrahams 219 Jahre später ein Erdbeben geschickt.

So ein Gedankengut wird hier im Fernsehen ausgestrahlt und von Millionen dumpftreuer Anhänger geglaubt.

Wann hören wir endlich auf uns selbst die Schuld für solche Naturkatastrophen zu geben? Wir leben auf einem abkühlenden, vulkanischen Planeten, der nur von einer hauchdünnen Kruste umgeben ist, die zudem aus sich aneinanderreibenden Platten besteht.
Der Plattentektonik ist es scheissegal, ob auf der Insel, die gerade in den Atlantik gezerrt wird Leute wohnen.
Aber viele Menschen können sich mit dieser einfachen Erklärung nicht zufriedengeben.

Wahrscheinlich denken die, dass ein Gott der Plattentektonik, der gerne um die Welt reist, dafür verantworlich ist.

(Lesetipp: Der Beitrag von Christopher Hitchens auf Slate.com)

Samstag, 19. Dezember 2009

Jetzt werden die Tage wieder länger



Jetzt werden die Tage wieder länger! Na, zumindest heute noch nicht, aber wenn ihr diesen Eintrag lest.

Happy Winter Solstice - Fröhliche Wintersonnenwende - vom dicken Beders, der sich dieses Jahr ganz heidnisch gibt und Weihnachten der alten Heimat fernbleibt.

Habe soeben mein erstes Weihnachtsgeschenk bekommen: Meine 1. Pediküre. Natürlich mit Lackieren und Tieferlegen!

Vielen Dank an alle treuen Blogleser, auch wenn ich die in letzter Zeit nicht gerade mit Einträgen verwöhnt habe. Kann ich mir ja für nächstes Jahr vornehmen.

Die größte Neuerung der letzten Wochen war eine berufliche. Ich hab einen neuen Titel bekommen und darf mich jetzt Director of Integration and Innovation nennen.
Den Titel hat sonst kaum jemand und man kann sich darunter alles mögliche vorstellen.
Und das ist ja auch genau der Witz dabei.

So, bevor ihr vor Lachen umkommt: Alles Gute und bis zum nächsten Jahr. Ich versuche früh im Jahr mal in D-Land aufzuschlagen und euch alle ordentlich in den Arm zu nehmen.

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Thanksgiving


Eieiei, mein Blog wurde ja sträflich vernachlässigt von mir in letzter Zeit. Da wird der Weihnachtsmann aber keine dicken Eier bringen! Oder so ähnlich.

Letzte Woche war hier Thanksgiving, d.h. Donnerstag und Freitag frei!

Aber man kann die Zeit nicht so richtig genießen, da man die meiste Zeit mit Verdauen beschäftigt ist.
Freitag morgen war der sog. Black Friday. Da bietet z.B. ein Laden wie Bestbuy ein Notebook für $179 an, verschweigt aber, dass die davon nur 5 Stück pro Laden haben ;)

Nichtsdestotrotz werden schon Mittwoch(!) Abends die Zelte aufgestellt (s.o.)

Ich sollte wohl noch erwähnen, dass ich für Thanksgiving ein paar Tage in Salt Lake City war. Dort liegt schon Schnee auf den Bergen und es ist arschkalt.
D.h. um Freitag morgens um 5 Uhr eins der 5 Notebooks zu ergatten, verbringen Menschen fast zwei Nächte in Zelten und frieren sich die frisch mit Truthahnfett gepolsterten Hintern ab. So schlimm ist die Wirtschaftskrise!

Im 1. Zelt waren übrigens 12 Leute :)

Ja, und auch sonste alle Clichés sind wahr: Man frisst natürlich bis es nicht mehr geht (Turkey, Stuffing, Mashed Potatoes und all das) und dann schaut man sich Football-Spiele an und pennt dabei ein.

Vielen Dank an Usman und Familie, die sich ordentlich ins Zeug gelegt haben ein echt amerikanisches Thanksgiving zu zaubern!

Montag, 2. November 2009

Mehr Osten geht nicht


Matrose: "Captain! Caaaptain! Laaaand in Sicht! Laaand in Sicht"

Captain: "Na endlich. Wurd ja auch mal Zeit. Das Sauerkraut ist uns gestern ausgegangen und das Badewasser wird langsam kalt."

Matrose: "Laaaand! Laaaand"

Captain: "Ja is ja gudd. Hmm, so weit westlich wie wir war noch keiner. Wie nennen wir nun das neu entdeckte Land? Irgend 'ne Idee jemand?"

Maat: "Öh, da wir das Land gerade neu gefunden haben, wie wäre es mit: Neu Gefundenes Land!"

Captain: "Näh, das klingt irgendwie altbacken. Näh, da muss mehr Pepp rein."

Maat: "Dann halt auf englisch. Das machen alle so. "Cola light" statt "zuckerfreie, koffeinhaltige Brause". Und wir schmeißen einfach die Leerzeichen weg. Dann hätten wir: Newfoundland!

Captain: "Alles klar. So machen wir's."

So oder so ähnlich muss es sich zugetragen haben als diese zeusverlassene Gegend entdeckt wurde. Der östlichste Teil des amerikanischen Kontinents bietet vor allem launiges Wetter, aber auch sehr, sehr schöne Landschaften.

Dank eines neuen Mailminder-Kunden darf ich hier 10 Tage in St. John's verbringen, um die Software zu installieren, zu konfigurieren und um die Endbenutzer zu trainineren.

Und wenn ich so zurückdenke über die 9 Jahre Xtramind/Living-E/Attensity...
Die Firma hat mich schon in viele nette Ecken der Welt gebracht: Berlin, Hamburg, München, Köln, Rom, New York, Washington, San Francisco, Los Angeles, Phoenix, St. John's und Salt Lake City. *angeb*

Dummerweise hab ich von den meisten Städten nicht wirklich was gesehen: Flughäfen, Taxis, Hotels, Firmenbunker.

Ab und an aber bietet sich doch die Gelegenheit, vor allem wenn man länger als eine Woche verweilt und so hab ich mir ein Auto gemietet und bin quer über die Insel gefahren.

Naja, wollte ich. Auf Google Maps sah die Gegend klein und putzig aus, aber einmal rübergurken auf die Westseite der Insel sind tatsächlich schlappe 600km! Unfassbar.
So habe ich mich auf die Gegend um St. John's beschränkt, aber ich hoffe, die Bilder geben einen halbwegs repräsentativen Eindruck. (Mehr Bilder die nächsten Tage)

Ich war am östlichsten Punkt des Kontinents, aber auch von da konnte ich Europa nicht sehen. Verdammt! Die Erde ist evtl. doch rund!

Sonntag, 11. Oktober 2009

Visum Visum Popisum (2)

Nun, in Wirklichkeit war das natürlich anders.
Ausgestattet mit haufenweise Formularen und Lobhudelungen taucht man vor dem Konsulat auf und stellt sich erstmal in die Schlange zum Anmeldefenster.
Dort wird dann gecheckt, ob man auch die Gebühr bezahlt hat (92 Euronen) und man wird vom Wachpersonal ermahnt keine elektronischen Gegenstände mitzunehmen.
Pah, natürlich hatte ich keine dabei. Handy und Gedöns waren im Auto.

Also dann in die nächste Schlange vor dem Konsulat. In 4er Gruppen geht es durch die Sicherheitsschleuse. Eine letzte Warnung von wegen elektronischen Geräten. Ich checke nochmal meine Hostentaschen: Finde den iPhone Kopfhörer. Frage die Wache, ob das ein elektronisches Gerät sei. Wache fragt im Wachhäuschen nach. Wachhäuschen sagt: Hmm, weiß net.

Also rein in die Sicherheitsschleuse. Das "Headset" wird mir abgenommen und ich krieg eine lustige Plastikkarte dafür.
Dann raus aus dem Wachhaus und über einen kleinen Weg zur eigentlichen Abfertigung.
Vorbei am "Portier", der die Unterlagen kurz checkt. Ein Barcode auf meinem Formular DS-156 war nicht in Ordnung, also selbiges Formular nochmal ausfüllen im Konsulat selber.
Man tritt also ein und sieht eine recht große Abfertigungshalle mit Stuhlreihen und eine nervenden Ticketansage. Man holt sich ein Ticket und wartet.

Irgendwann darf man dann an einen der Schalter. Die sind mit Panzerglas gesichert und dahinter sitzt dann immer noch kein wirklicher Konsul, sondern ein Sachbearbeiter, die die Formulare sichtet. Dann darf man noch ein Foto abgeben (das natürlich auch gewissen Normen unterliegt) und seinen Pass, sowie einen frankierten Rückumschlag.
Das wird dann erstmal alles eingegeben und dafür darf man sich dann wieder eine Stunde um die Ohren schlagen.
Irgendwann wird dann die Ticketnummer das zweite Mal aufgerufen und man geht zu einem anderen Schalter. Dort hat man es dann mit einem Entscheider zu tun und man wird zum Visum befragt. Dieses Mal meinte der Botschaftsangehörige nur: Thanks for dropping by, everything seems to be ok. Wunderbar! Alles in Ordnung. Aber die Abreisezeit (6 Tage später) könnte zu knapp sein. (Naja, letztes Mal hab ich 3 Tage auf den Pass gewartet).

Also endlich fertig, ab ins Auto und dann auf den Pass warten.
Und das gestaltete sich dann doch etwas langwierig.
Als am Samstag der Pass nicht in der Post war musste ich erstmal meinen Flug verschieben.
Dann hab ich versucht auf der Botschaft anzurufen.
Tatsächlich ruft man aber ein Call-Center in Walpurgistan an und darf dann entweder 2 Euronen pro Minute blechen oder pauschal 15 Euro bevor man mit einem Menschen reden darf.
Der hat mir dann für 15 Euro die Auskunft erteilt, dass sie nix machen können. Ich müsste 10 Werktage warten, bevor sie Kontakt mit der Botschaft aufnehmen dürfen.
Fantastisch!

Am allerletzten Tag und in allerletzter Minute (14 Tage nach Besuch der Botschaft) kam dann tatsächlich der Pass per Kurier. Wahnsinn!
Ich hatte schon damit gerechnet in Saarbrücken auf dem Bürgeramt einen neuen Pass zu beantragen. Uff.

Jetzt habe ich erstmal 2 Jahre Ruhe und dränge die Firma darauf mir eine Green Card zu besorgen. Das wird dann vermutlich noch mehr Spaß...