Montag, 30. August 2010

Anleitung zum risikolosen Immobilienbetrug

Nach über 2 Jahren bin ich jetzt doch mal ernsthaft auf der Suche nach einer schönen 3ZKB Wohnung, aber solch ein Vorhaben ist doch mit einige Fallstricken verbunden.
Und man lernt, wie gutgläubige Menschen doch recht einfach über den Tisch gezogen werden können. Zeus sei Dank hab ich den Betrug frühzeitig bemerkt, aber hier ist eine kleine Anleitung, wie man nebenher $1500 pro "Auftrag" verdienen kann und sich wenig Gedanken machen muss angezeigt zu werden.

  1. Gehe zu trulia.com oder sfbay.craigslist.com und schaue sich die Verkaufsanzeigen für Häuser durch
  2. Finde ein Haus, das schon etwas länger auf dem Markt ist und das viele schöne Fotos und einen tollen Anzeigetext hat
  3. Kopiere alle Bilder und den Text herunter auf Deinen Computer
  4. Erstell ein neues Angebot zum Vermieten dieses Hauses
  5. Mach es ungewöhnlich preiswert (aber nicht zu preiswert) oder halte die Kaution gering ($1500 z.B!)
  6. Erfinde einen albernen Namen und hol Dir eine Wegwerf-E-Mail-Adresse
  7. Wenn Du angeschrieben wirst von Interessenten, sei höflich, gib kurz Auskunft und gib Deine Telefonnummer an (Wegwerf-Handy)
  8. Falls Dich der Interessent anruft, erzähle eine herzzerreißende Geschichte: "Ja, ich kann die Wohnung gerade nicht zeigen, denn ich bin hier beruflich in Washington und meine Frau ist krankgeworden"
  9. Schicke das Anmeldeformular trotzdem mal zu mit der Bitte selbiges auszufüllen. Reichere Deine Geschichte an mit Aussagen, die Vertrauen bilden: "Wir sind gläubige Christen und wurden von Jesus errettet" (keinen Scheiß, das haben die uns geschrieben. War lustig)
  10. Warte auf das Formular und dann schreibe so was: "Ich schicke Dir die Schlüssel zur Wohnung zu sobald ich die Kaution habe"
  11. Warten.
  12. Profit!

Naja, bis zu Schritt 9 bin ich noch mitgegangen, aber dann war mir die Sache doch etwas komisch vorgekommen. Ich hab die Immobilienagentur angerufen, die das Haus verkaufen wollte und die fiel aus allen Wolken und hat mir bestätigt, dass der angebliche Vermieter gar nicht der Besitzer des Hauses ist.

Anzeige zu erstatten ist zwecklos, da der Typ irgendwo in den USA sitzt und das Ganze als Bagatelldelikt gehandhabt wird.

Inzwischen hab ich mir so um die 16 Wohnungen angeschaut und es ist schon frech, welche Bruchbuden man hier für stolze $2500 angeboten bekommt.
Hier werden Räumlichkeiten mit der Anzahl der Schlafzimmer angegeben.
Ich wohn hier also z.Z in einem 1 Bedroom Apartment.
Sucht man nach 2 Bedroom Apartments, dann werden Esszimmer mal eben zu nem Schlafzimmer deklariert oder die Wohnung hat gar kein Wohnzimmer sondern nur ne Essküche, in die vielleicht noch ein Tisch passt. Albern.

Aber wozu braucht der Beders ein 2 Bedroom Apartment?
Das, liebe Leser, erzählt er euch beim nächsten Mal.

Sonntag, 15. August 2010

Only in America

Hier ein Ausschnitt aus WifeSwap, der allseits beliebten(?!) Variante von "Frauentausch".
Diesmal hat man eine sehr, sehr gläubige Mutter mit einer Esoterik-Fanatikerin getauscht.
Unten das Fazit der religiös völlig verstörten Frau. (sorry, leider nur auf englisch)

http://www.youtube.com/watch?v=q3mDLsyn6ns

Es ist schwierig sich vorzustellen, dass das alles gestellt sein sollte
Wieder ein Musterbeispiel dafür, wie sich Furcht vor dem Unbekannten wie ein roter Faden durch diese Gesellschaft zieht. Angst vor der Hölle, Angst vor andersfarbigen Menschen, Angst vor Homosexualität, Angst vor Terroristen, Angst vor Überfremdung, Angst vor der Kreditkartenabrechnung :)

Das ist wahrscheinlich nicht viel anders wie in anderen Ländern auch, aber hier ist einfach alles größer: Die Landschaft, die Gebäude, die Egos und die Angst.

Samstag, 24. Juli 2010

Ich bin unwürdig!


Und zwar unwürdig eine Kreditkarte zu bekommen.
Denn dafür braucht man hier drüben einen guten Credit Score.
Das ist sowas wie eine gute Schufa-Auskunft, aber halt von Privatunternehmen.

Verwendet man hier etwelche Kreditkarten, so übermittelt die ausgebende Bank an diese Verbrecherunternehmen, ob man denn immer recht brav und rechtzeitig seine Kreditkartenrechnung beglichen hat.

Falls ja, so erhöht sich der Credit Score und man gehört zu den Guten. Legal Aliens wie ich haben da ein Problem: Ich bin diesen drei Unternehmen, die den Credit Score erstellen, völlig unbekannt. Anfragen bzgl. meines Scores liefern nur komische Nachfragen zurück: Ob ich denn mit Soundso zusammen in der Masonic Ave wohnen würde... Die haben keinen Schimmer, wer ich bin.

Also: Ohne Credit Score keine Kreditkarte und ohne Kreditkarte keinen Credit Score.

Ja, ziemlich verwirrend das. Also hab ich mal bei meiner Hausbank gefragt: Die kennt meine Konten, die eher selten leer sind und sollte mir genug Vertrauen entgegenbringen.
Pff, falsch gedacht: Interessiert die nicht. Ich hab keinen Credit Score, ergo krieg ich keine Kreditkarte.

In der Not muss man dann zu sog. Secured Credit Cards greifen: Hier bezahlt man den Kreditrahmen schon mal vor und kann dann darüber verfügen. Null Risiko für die Bank, man erhält Einträge für den Credit Score und darf dann dafür $24 im Jahr zahlen.

Nur weil ich jetzt ein paar Rechnungen nicht mehr direkt über meine Debit-Karte bezahle, sondern den bescheuerten Umweg über Kreditkarte gehe, bin ich plötzlich würdig. Korrektur: Werde ich würdig sein. In ca. 6 Monaten bin ich dann wohl auch endlich bekannt bei TransUnion, Experian und Equifax (rot in hell, bastards) und kriege auch endlich eine Bewertung, wie toll ich Schulden machen kann.

Obiges Bild prangt übrigens auf meiner soeben erhaltenen Karte. Selbstgeknipst, Kater Nero im Garten an der Nied. Hab die Heimat also immer im Geldbeutel dabei :)

Sonntag, 6. Juni 2010

Verbrechen als bunte Icons




Ab und zu werde ich gefragt, ob es denn gefährlich sei in San Francisco. Da ich dort wohne, muss ich natürlich sagen: BRANDGEFÄHRLICH BABE! :)

Aber ist es denn halbwegs sicher? Kann man nachts auf der Straße rumlaufen ohne sich Sorgen machen zu müssen?

Bis vor gerade eben hätte ich gesagt: Klar! Solange man keinen alten Saab hat.

Aber wer sich gruseln möchte, dem sei diese Webseite ans Herz gelegt:

http://www.crimemapping.com/map/ca/sanfrancisco/wizard.asp

Dieser Service zeigt Verbrechensmeldungen auf einer scrollbaren Karte an. Lustige Icons für Diebstahl, Raub, Einbruch, Autodiebstahl usw. lassen sich einen fragen, wo man z.B. am 22.3. war, als in meinem Block ein Einbruch gemeldet wurde...

Auf der Webseite oben einfach mal im Suchfeld 94117 eingeben und dann Richtung Masonic & Fulton scrollen.

Und dann kommt noch der Witz: Ihr seht nur die Daten der letzten Woche!
Jetzt mal auf "Dates" klicken im Menü oben und dann die letzten 3 Monate auswählen: San Francisco ist scheinbar ein El Dorado für Kleinganoven.

Jetzt muss ich doch mal schnell alle Türen und Fenster kontrollieren...
Heh, ich hör Geräusche aus der Küche...
Ich geh mal kurz nachs

Sonntag, 23. Mai 2010

Flug


Nach geschätzten 20 Flügen zwischen Salt Lake und San Francisco stumpft man ja ein wenig ab, was die fliegenden Busse angeht. Man blättert im fabulösen SkyMall Magazin, was sowas wie der Perl-Katalog für Reisende ist, während die Flugbegleiter die üblichen Hinweise runterrattern: "In the unlikely event of a water landing, you will all die horrible deaths" und mitunter kriegt man gar nicht mit, wie die Kiste beschleunigt und abhebt.

Doch manchmal ist Fliegen einfach magisch, so wie am Freitag Abend: Die Beschleunigung drückt einen in die Sitze und fast unmerklich hebt man ab und blickt über die Bucht, sieht die sich ständig ändernden Wellenmuster und schäumende Wogen. Man steigt noch höher, blinzelt in die Abendsonne und sieht die Skyline von San Francisco und Oakland an einem vorbeiziehen. Man zählt die Brücken: Bay Bridge, Golden Gate, Richmond Bridge und erahnt die sich dahinwälzenden Autokolonnen im Feierabendverkehr.

Immer noch im Steigflug, während die Sonne langsam herabsinkt und die Wolken in Vanillecreme einhüllt, genießt man den Ausblick über die Bucht, den Pazifik und die wie zerknülltes, grünes Papier aussehenden Ausläufer des Diablo Gebirgszugs.

Man erreicht 10000 Fuß und darf endlich wieder seine mitgebrachten elektronischen Geräte benutzen, aber diesmal ist der Blick nach draußen einfach zu schön. Die Wolken fangen an rosa zu leuchten, ihre Schatten malen seltsame Kreaturen auf die grün-braunen Felder des zentralen Valleys. Man sieht überschwemmte Felder (eine Seltenheit hier) und kleine Städtchen, die von Landwirtschaft und Kleinindustrie leben, sieht die schnurgeraden Kanäle, die die Kornkammer des Landes durchziehen.

Höher liegendene Wolkenschichten kündigen die Sierra Nevada an, der Gebirgszug, der sich durch fast ganz Kalifornien zieht und der Heimat einzigartiger, magischer Orte ist, wie den Yosemite Park oder Lake Taho.

Selbiger wird gerade sichtbar, sein dunkles blaugrünes Wasser lockt zur Wasserlandung, aber wir zischen drüber hinweg und tauchen ein in die Ödnis der Wüste von Nevada. Ein paar letzte Lichtstrahlen aus dem Westen, ein buntes Flackern von den Kasinos in Reno und die Dunkelheit des Nichts empfängt den Reisenden.

Unterbrochen nur von kleinen und kleinsten Flecken der Zivilisation fliegt man über Salzteppiche, karg bewachsene und felsige Täler und erahnt die Wellen von Gebirgszügen, die alle seltsamerweise gen Norden ausgerichtet sind und versucht zu verstehen, welche Gewalten diese Landschaft geformt haben.

Dann: Die Maschinen werden leiser, man spürt das leichte Abbremsen des Flugzeugs als es seine Reiseflughöhe verlässt und den Luftraum um Salt Lake betritt. Das Wetter verschlechtert sich schlagartig, Böen und Luftlöcher lassen die Adrenalinspiegel der Reisenden steigen und schütteln uns ordentlich durch. Regen setzt ein. Man sieht nur flirrende, horizontale Bindfäden, die am Flugzeug vorbeirasen. So muss Warp-Speed aussehen, wenn man seitlich aus der Enterprise guckt :)
Man stellt erstaunt fest, dass die Turbine und der Flügel trocken bleiben, während man mit null Sicht auf das Salt Lake Valley zustürzt.

Scheinbar endlose, durchgerüttelte Minuten vergehen bis man unter die Wolkendecke abtaucht und die Abermillionen Lichter von Salt Lake City unter sich sieht. Die beiden Gebirgszüge, die die Stadt umschließen sind immer noch schneebedeckt und werfen blasses Licht auf die Wolkenfetzen.

Sichtlich erleichtert setzt der Pilot butterweich auf und der Blogschreiber freut sich wieder sicher am Boden zu sein.

Freitag, 23. April 2010

Legales Autofahren


Autofahren mit vollständigen Papieren, einem sicheren und komfortablem Fahrzeug: Das ist doch was für Weicheier!

Konsequenterweise habe ich mich so lange wie möglich um die Erlangung des hiesigen Führerscheins rumgedrückt. Aber nun ist es soweit: Ich fahre ab sofort völlig legal durch die Gegend und das mit einem Auto, das nur seltsame Geräusche macht, wenn ich darin Chris Potter höre.

Den Führerschein hier zu machen ist unfassbar einfach: Man geht zu seinem nächstgelegenen DMV und sagt: Guten Tag, ich möchte gernen einen Führerschein! Ab dann geht alles blitzschnell: Kopie vom Pass und Visum, einmal unterschreiben bitte, einmal hierhin stellen und doof gucken (siehe Foto oben) und jetzt bitte hier den schriftlichen Test ablegen (Weicheier können vorher noch im Study Guide die Besonderheiten des Straßenverkehrs in Kalifornien studieren). Dann bezahlt man dafür schlappe $31, bekommt einen temporären Führerschein (so man denn schon einen deutschen hatte) und meldet sich zu einem Fahrtest an.

Der praktische Fahrtest ist ganz lustig: Der Prüfer guckt erstmal, ob Blinker und Bremslichter an Deiner Karre gehen. Wer kein Auto mitbringt hat sowieso Pech. Und wessen Blinker nicht geht, darf auch später wiederkommen. Also dann, rein in die Karre und losgedüst. Erstmal auf dem Gelände des DMV ganze 10 Meter rückwärts fahren und dann wird noch 15 Minuten durch die Stadt gegondelt. Wer dabei zu schnell oder zu langsam ist: Nochmal antreten. Ansonsten darf man sich 15 kleinere Schnitzer erlauben (ich hatte 9, aber keine Ahnung warum :).
Ob der Rückkehr zum DMV Gelände erhält man einen feuchten Händedruck und den Führerschein auf Papier ausgedruckt. Zwei Wochen später hatte ich dann Post von Arnold Schwarzenegger und obiges Laminat in der Hand.

Damit kann ich jetzt Alkohol kaufen in Utah, mich ausweisen bei Inlandsreisen und auch sonst alles damit machen, wozu man in D-Land einen Personalausweis benötigen würde. Hurra!

Freitag, 2. April 2010

Aprilschlagzeilen

Hier ein paar Schlagzeilen zum 1. April, die ich gerne gesehen hätte. Und das nicht nur am 1. April.

U.N. BESCHLIESST ENDE VON HUNGER UND AIDS IN AFRIKA
(jbpa) New York - Völlig überraschend hat Generalsekretär Ban Ki-Moon am Donnerstag bekannt gegeben, dass die Vereinten Nationen über genügend Kapital verfügten, um in Afrika flächendeckend die Versorgung mit Nahrung, AIDS-Medikamenten, Verhütungsmitteln und entsprechender Aufklärung zu gewährleisten. Die Maßnahme tritt sofort in Kraft. Ein Sprecher erklärte: "Eigentlich war es ganz einfach. Wir haben die 5 wohlhabensten Nationen gebeten ihren Rüstungsetat für 2 Jahre einzufrieren."

PAPST ENTLÄSST KINDERSCHÄNDER, GIBT INTERNE DOKUMENTE FREI
(jbpa) Vatikan-Stadt - Im Anschluss an ein Gespräch mit Christopher Hitchens hat Papst Benedikt die sofortige Entlassung und Exkommunikation von allen überführten Kinderschändern, die bis dato von der kath. Kirche geschützt wurden, angeordnet. Ebenso wurden interne Akten an die Strafverfolgungsbehörden in den jeweiligen Ländern übermittelt. Damit kann endlich eine lückenlose Aufklärung erfolgen. Der Papst ist wie immer tief erschüttert und besorgt und will in der nächsten Zeit aus Rücksicht auf die Opfer seine roten Schuhe nicht mehr tragen.

LÄNDER PRÜFEN EIGNUNG VON PRIESTERN ZUR KINDERBETREUUNG
(jbpa) Berlin - Der Bundesrat hat eine Richtlinie abgesegnet (sic), nach der der Einsatz von Priestern jedweder Religion für die Betreuung von Kindern strengen Regeln unterworfen wird. Die Ausbildung zum Priester erfordert zur Zeit keinerlei Abschluß in Sozialpädagogik oder ähnlichen Fächern.

KATHOLISCHE KIRCHE GIBT AUF
(jbpa) Ex-Vatikan-Stadt - Nach dem erneut gescheiterten Versuch Kontakt mit der abrahamischen Gottheit aufzunehmen, um mal ein paar Worte mit ihm/ihr über sein/ihre Schöpfung zu wechseln, hat Papst Benedikt verkündet, dass das alles nur ein böser Scherz war und es keinen Schöpfer gibt. Folgerichtig hat er die kath. Kirche aufgelöst und angefangen die Besitztümer des Vatikans über ebay zu versteigern, um stattdessen eine humanistische, philantrophische Organisation aufzubauen.

SAUDI ARABIEN FÜHRT DEMOKRATIE UND BÜRGERLICHES GESETZBUCH EIN
(jbpa) Riad - Nachdem König Abdullah Al Saud sich jahrzehntelang köstlich darüber amüsiert hat, dass der Westen beide Augen zugedrückt hat, wenn es um die Politik des Königtums ging, (Er vermutet, dass eine gewissen schwarze Substanz dafür verantwortlich war) erklärte er am Abend: "Ok, das war ja spaßig genug, aber jetzt wollen wir es mal mit Demokratie versuchen und auch die Sharia-Gesetze mal auf die Müllhalde der Geschichte werfen. Sonst wird das nix mit Frieden im nahen Osten."

ISRAEL ÖFFNET GRENZE, ZIEHT SIEDLER AB UND STELLT KAMPFHANDLUNGEN EIN
(jbpa) Tel Aviv - Die israelische Regierung hat einen umfassenden Friedensvertrag mit Palästina und den umliegenden Staaten angeboten, um die jahrzehntelange Krise in der Region zu beenden. Hinter verschlossenen Türen werden jedoch ökonomische Gründe vermutet: Die von der israelischen Wirtschaft dringend benötigten billigen Arbeitskräfte aus den Palästinensergebieten.